Historie

oder: Wie es begann ...

(Wird fortgesetzt ... die Störer sterben nie aus ...)

 

Von Roland Boiselle, DF9IE

Amateurfunk hat mich schon immer fasziniert! Schon zu „AM-Zeiten" habe ich als Jugendlicher auf 80 m den „Old Men" gelauscht. Das wollte ich später auch mal machen. Im April 1981 war es dann soweit. Nach bestandener Prüfung wurde mir das Call DF9IE zugeteilt.

Zur Peilerei kam ich eher durch Zufall. 1982 hatte mich DF5IT zur „Fuchsjagd" im Wald überredet. Bis 1993 folgten über 40 weitere Peilwettbewerbe im 80-m- und 2-m-Band. Im Winter 1986 war dann meine Erfahrung als „Fuchsjäger" gefragt. Ein Mobilstörer mit Dauerrufton war mehrfach täglich über DB0XK zu hören. Ich versuchte mein Glück mit dem Handpeiler im Auto – ohne Erfolg. Warten auf Autobahnbrücken brachte auch keine Lösung. Der Störer hatte keine „Hausstrecke" und schien vielmehr ziellos umher zu fahren (was sich später bestätigte). Ein mobiler Doppler-Peiler musste her! Im März 1987 war das Teil endlich fertig aufgebaut und ich wollte die zwei Wochen Resturlaub zum Peilen nutzen.

Mit der XYL als Navigator versuchte ich mich dem Störer zu nähern. Das war gar nicht so einfach, denn der OM hatte einen heißen Fahrstil. Es war schon dunkel als in Frankenthal plötzlich die Peilanzeige drehte – Bingo! Schlagartig war auch der Tonruf weg; hatte er uns bemerkt? Kein verdächtiges Auto in Sicht, dafür ein Haus mit vielen Antennen. Vermutlich war er gerade in die Garage gefahren. Die Jagd war an diesem Tag jedenfalls zu Ende.

Am zweiten Urlaubstag standen wir wieder frühmorgens in Frankenthal. Als endlich der Störer zu hören war, konnten wir sein schwaches Signal kaum peilen; hatten wir ihn verpasst? Später hat sich gezeigt, dass er oft bei verschiedenen OMs parkte und sich einen Spaß machte, sie als Täter hinzustellen!

Wir mussten die Spur neu aufnehmen und es ging kreuz und quer durch die Pfalz (u. a. direkt an meinem QTH vorbei!). Die Peilanzeige verriet, dass er knapp vor uns war. Bei jeder Kurve versuchte ich seine Funkantenne auszumachen – keine Chance (später wusste ich warum: Er hatte zu Tarnzwecken die Radioantenne angepasst, eine Funkantenne gab es nicht). Kurz hinter Ruchheim hatten wir ihn endlich eingeholt und schlagartig war die Jagd war zu Ende.

Der OM war mir persönlich bekannt, also was tun? Verprügeln, bei der RegTP anzeigen oder ein persönliches Gespräch führen? Beim „Kriegsrat" mit weiteren Zeugen entschieden wir uns für die letzte Version. Abends, bei ihm Zuhause, empfing uns die Ehefrau – er war noch am Stören. Sie klagte, dass er nie Zeit hätte, da er ständig Überstunden machen müsse. Als wir von den Störungen und seinen ziellosen Spazierfahrten erzählten war der Ehekrach vorprogrammiert. Als unser Kandidat später sein Wohnzimmer betrat und „in viele bekannte Gesichter" sowie in das seiner tobenden Ehefrau blicken musste war das Jammern groß. Seine Frau zog seine Funkgeräte ein und verkaufte alles – Ich habe ihn nie wieder über Funk gehört!

Anzumerken ist noch, dass der OM zuvor meinen Peiler beim Mikro-Treff in Ludwigshafen genau begutachtet hatte. Er hatte sich damals alles genau erklären lassen und den Stand mit den Worten „den kriegt ihr nie" verlassen! Soweit die kleine Geschichte zu meinem „ersten Fall".

 

Fazit:

Auslöser fast aller Störungen ist meiner Meinung nach Frust. Leider habe ich fast alle von mir gepeilten Störer persönlich gekannt! Die Theorie mit dem „CB-Schwarzfunker" können wir getrost vergessen, die Störer kommen aus den eigenen Reihen!

DF9IE, Roland

 

Letzte Aktualisierung: 07.06.2011

 

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