Aktuelles von der Peilgruppe Kalmit

Stand: 30.9.2011

 

Brummträger gepeilt !

Seit Anfang August 2011 schien es des Öfteren, als ob mit „nervösem PTT-Finger“ über die Relaisstelle Kalmit (DB0XK) herumgespielt wurde. Auch lang anhaltende, verbrummte Träger sowie seltsame Zwitscher-Geräusche konnte man vernehmen. Lag da etwa wieder ein trickreich konstruierter Minisender direkt unterm Relais im Gebüsch?
Später sind mir die Störgeräusche auch über die Relaisstelle Heidelberg (DB0ZH) aufgefallen. Ein „Fuchssender“ auf dem Kalmit-Gipfel schied somit aus.

Mittels Überlagerungsträger konnte man, neben kurzzeitigen Instabilitäten (Zwitschern), eine temperaturabhängige Frequenzdrift nachweisen. Die instabile QRG des vermutlich freischwingenden Dauersenders hatte zur Folge, dass das Signal entlang der ZF-Filterflanke des Relaisempfängers ständig die Rauschsperre ansprechen ließ, was sich als „Geknatter“ bzw. PTT-Spielerei interpretieren ließ.
Interessanterweise konnte ich ein Mal einen tief fliegenden Militärjet „mithören“. Von Mikrophonieeffekten an der Blechwand eines Hochfrequenztrockners bis zur Billigabhör-/Überwachungsanlage (Minispion) war alles möglich. Was wird da wohl überwacht? Eine Garage oder ein leerstehendes Wochenendhaus?
Spekulieren half nicht, es musste aktiv gepeilt werden. Da der Sender offensichtlich an einem Netzteil betrieben wurde, sollte er mit dem Dopplerpeiler auf öffentlichen Straßen erreichbar sein:

Mit Hilfe einer 10-Element-Richtantenne habe ich den Brummträger oberhalb von St. Martin doch tatsächlich auf 145,228 MHz „gefunden“. An der Lambda-Viertel-Fahrzeugantenne war er nur in SSB vernehmbar. Das Abfahren sämtlicher Pfälzer Dörfer entlang der ersten Peillinie brachte keine neuen Erkenntnisse, außer dass der Träger weit weg im Badischen sein musste. Für eine genaue Ortsbestimmung mussten mehr Peillinien her!

 

Ab 3.9. habe ich insgesamt fünf Präzisionspeilungen mit zwei 10-Element-Yagis nach der Interferometermethode entlang der Haardt (von Landau bis Grünstadt) vorgenommen. Bei einem Antennenabstand von 12 m konnte ich eine Peilgenauigkeit von weniger als einem Grad erzielen; besser als man einen Kompass ablesen kann.

In Östringen/Kraichgau kreuzten sich alle Linien. Ein Telefonanruf bei Werner (DO5WEW) hat die Kreuzpeilung bestätigt. Das Signal war an seiner Handfunke im Zimmer mit „S7“ hörbar - Volltreffer!

Am 18.9. hat Thomas (DG3IX) mit einer Handfunke, einem Satz Abschwächer und einer 4-Element-Selbstbau-Yagi vom Michaelsberg gepeilt. Zwei Tage später ist er nach Östringen gefahren und hat zu später Nachtstunde zwei völlig unauffällige Wohnhäuser als mögliche Ziele ausgemacht.

Wie man sieht, auch mit wenig Ausrüstung und einer Portion Geduld kann man Erfolge erzielen. Es muss nicht immer ein High-Tech-(Doppler-) Peiler sein!

Am Sonntagnachmittag, den 25.9. habe ich mich mit Thomas am Speyerer Technikmuseum zur Abschlusspeilfahrt getroffen. Wir hatten kaum seine Ausrüstung in mein Fahrzeug verladen, da wurden wir von Andreas (DO6AK) + YL mit den Worten „Ihr seid doch sicher die Jungs von der Peilgruppe, die mit dem Dopplerpeiler?“ enttarnt, unglaublich! Wie auch immer, an diesem sonnigen Sonntag sind wir noch mehrfach mit dem „futuristischen Antennengebilde“ auf dem Dach aufgefallen!

In Östringen hat der Dopplerpeiler nach einer Runde ums Quadrat angezeigt, dass eines der beiden zuvor gepeilten Häuser definitiv unser Ziel war. Also hat Thomas mutig dort geklingelt und uns als Funkamateure zu erkennen gegeben. Der Besitzer war total überrascht, aber sehr kooperativ. Er meinte, er hätte funktechnisch nur W-LAN in Betrieb.

 

Auf Nachfrage ist ihm ein „alter Antennenverstärker“ eingefallen, den er erst kürzlich wieder in Betrieb genommen hatte. Wir haben ihn in Richtung Speicher geschickt, um das Steckernetzteil auszustecken. Der Brummträger war schlagartig verschunden!!!

Er hat sich sofort bereit erklärt, den offensichtlich defekten Verstärker auszutauschen. Früher hätte das Teil eh’ besser funktioniert - Wen wundert’s?

 

 

 

 

 

 

 

 

Fazit:
Letztendlich wurde die Störung nicht, wie mehrfach in vielen Diskussionsrunden auf den Relais spekuliert worden ist, absichtlich erzeugt, sondern kam von einem defekten DVB-T-Verstärker, der meinte ein Oszillator zu sein. Je nach Temperatur ist seine QRG im Bereich von 143,700 MHz bis 146,400 MHz umhergewandert! Kein Wunder, dass er, mehr oder minder zufällig, auch mal auf den Relaiseingabefrequenzen „vorbeigeflattert“ ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Spuk ist zu Ende, bis zum nächsten schwingenden Vorverstärker…

 

 

Herzlichen Dank auch an die nicht genannten Helfer, ohne die der Erfolg sicher nicht so schnell möglich gewesen wäre.

An dieser Stelle möchte ich die Anmerkung von OM Rainer (DL7RP) auf der Startseite dieser Homepage zitieren:
"Jeder Störer hat einen Nachbarn! Schaut einfach öfter mal auf die Eingabe ... "

73 de DF9IE
Roland aus Ludwigshafen/Rhein

Tonbeispiele:

Zwitschern
Knattern
Militärjet

Offenbar ist einigen OM noch nicht bekannt, dass die Tonbeispiele auch durch Anklicken der entsprechenden unterstrichenen Links innerhalb des Textes aufrufbar sind. Also: einfach mal ausprobieren!

P.S.:
Unser Spendenkonto hat schon lange keine Umsätze mehr gesehen! Eine kurze Mail und Ihr bekommt die Bankverbindung !
 

 

 

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Der "DB1GZ - Fuchs"

27.12.2007

Der allerneueste Fuchs : Neuentwicklung aus dem Funk-Labor von DB1GZ in Offenburg !

Vorsicht ! Einige Experten sind der Ansicht, es könnte sich um eine gut gemachte Fälschung handeln!
Wir werden Sie darüber auf dem Laufenden halten!

 

 

Noch eine Fuchsjagd „der besonderen Art“

Am Sonntag, den 18.11.2007 ist mir ein „Prassel“-Störer aufgefallen, der über DB0XK sein Unwesen trieb. Die Vermutung lag nahe, dass es sich hier um einen automatischen Sender handelte, denn er war, mit Pausen, Tag und Nacht aktiv. Die Störungen äußerten sich in unregelmäßigen Knack- und Prasselimpulsen.

Am Montag hatte ich es nicht mehr ausgehalten und mich trotz Erkältung auf Weg zur verschneiten Kalmit gemacht. Es schien, als hätte der Fuchs mich bemerkt, denn als ich nur wenige Meter vom „Fuchsbau“ entfernt war herrschte plötzlich Funkstille und ich mußte ohne Beute nach Hause. Hanspeter (DK8HF) hatte sich am Dienstag abend versucht, aber wegen der einbrechenden Dunkelheit abgebrochen.

Am folgenden Mittwoch habe ich mich mit ihm zur Jagd verabredet. Gegen 12:00 Uhr hat Hanspeter nach kurzem Suchen den Fuchs mit seiner vergoldeten "Rudolf-Brille" in einem Baum in 5 m Höhe unweit der Kalmithütte erspäht (Ich hatte nur eine „Aldi“-Brille, hi). Kurz die mitgebrachte Stange angesetzt und das Teil war vom Baum gepflückt.

Zur Technik sei gesagt, dass der knapp 10 cm lange Fuchs mit einer 1,5-V-Mignonzelle versorgt wurde. Bei gegebenem Aufbau wäre mindestens eine 6-monatige Betriebsdauer zu erwarten gewesen. Aus verständlichen Gründen sehe ich von der Veröffentlichung eines Schaltplanes ab. Nur soviel: Der Fuchs reagierte auf Wind, so dass Sende- und Pausendauer schlecht vorhersehbar waren.

Der professionelle und genial einfache Aufbau deutet auf einen Insider der Nachrichtentechnik hin. In unserer Zeit gibt es leider nicht mehr viele Personen mit derartigem technisch-wissenschaftlichen Hintergrund. Es ist schade, dass genau solche Fertigkeiten und Kenntnisse nicht im positiven Sinne dem Amateurfunk zu Gute kommen...

Ganz nebenbei, ich bin froh dass Hanspeter dabei war, da sonst einige (wieder) gesagt hätten: „Der Cornel hat den Fuchs doch selbst gelegt!“.

73 de Cornel, DK5UC
Relaisverantwortlicher von DB0XK

Und hier, wie versprochen, die heiß ersehnten Bilder der Fuchsjagd:

Suchbild: Wo ist der Fuchs ?

Ok.

Sooo schwer war's ja nicht...

 

AAAAbeeeerrr:

Dem Original fehlte der Zeigestock!!!

 

Nicht gefunden? Kleine Hilfe:

Na? War doch gar nicht so schwer, oder ?

 

So sah er aus, der Übeltäter:

 

 

Und ganz zum Schluß natürlich das Bild, auf das wir alle gespannt waren: Das "Innenleben" des Fuchses:

Schaltungsaufbau nach Entfernen des Schrumpfschlauchs (Nachtaufnahme. Näheres s. Gästebuch, Eintrag vom 26.11.2007 12.37 Uhr)

 

 

Peilgruppen - Quiz

Wer kennt diese Stimmen?

Hier einige Auszüge aus dem "Störspektrum" der Relaisfunkstelle DB0XK:

Der "Heckenschütze": Er beleidigt  Funkamateure im Schutz der Anonymität indem er sie mit unflätigen Schimpfworten belegt und verwendet Ausdrücke aus der Gossensprache. Beschimpft Funkamateure aus den neuen Bundesländern als "Scheiß-DDRler" etc.:

Heckenschütze (Dateigröße: 343 kB, mp3, 21 sek.)

 

Der "Künstler": "Wer pfeift da so schön?"
Musikbeispiele unseres Künstlers aus Edenkoben

"Der Pfeifer" - es hat sich ausgepfiffen (Dateigröße: 31 kB, mp3, 10 sek.)

"Geistige Ergüsse" - was sonst noch so in ihm steckt (Dateigröße: 229 kB, mp3, 1:33 min.)

 

Der Komponist: Jetzt singt er auch noch eigene Kompositionen ...

 

Die mp3-Dateien können entweder heruntergeladen und gespeichert oder mit einem mp3-Programm direkt abgespielt werden. Wir wünschen gute Unterhaltung!

 

 

Fuchsjagd auf bayrisch !

Auch andernorts schaut man nicht untätig zu, wie gewisse Leute, aus Dummheit oder mit Absicht, durch ihr Verhalten den Amateurfunk stören und dem Ruf der Funkamateure schaden.

Dazu hier der Bericht von OM Rainer, DF2NU:

 

Liebe OMs,

es gibt gute Nachrichten. Die Störer sind gefasst !!

Nach weiter andauernden Störungen bin ich heute abend zum Olympiaturm gefahren und habe vor den Empfänger des Umsetzers ein Dämpfungsglied von -10 dB eingebaut. Damit habe ich den Umsetzer absichtlich sehr unempfindlich gemacht. Hintergrund war, dass der eine (schwächere) Störer fast nirgendwo zu peilen war, weil er mit ganz schwachem Signal über den Turm gekommen ist. Dieses Dämpfungsglied hat unseren "Freund" aber dazu bewegt, seine Leistung zu erhöhen damit er stören kann. Das war die Falle, in die er prompt getappt ist.

Dazu kam, dass viele OMs aus unseren Reihen es super verstanden haben, die Störer über längere Zeit zum Weitermachen zu animieren und sogar über längere Zeiten Gespräche zu führen. Das alles hat dazu beigetragen, dass sie gepeilt werden können und zwar sowohl von der Bundesnetzagentur als auch von OMs selbst.

Kurzum, der erste Störer (der stärkere, der ständig die Nutzer mit Rülpsgeräuschen beglückt hat) befand sich im Südteil eines grösseren Hochhauses an der Drygalski-Alle, Ecke Springerstrasse. Mit Spezialpeilgeräten konnte er im 1. Stock des Südflügels geortet werden. Das ist ein Haus mit 23 Stockwerken und fast 1000 Bewohnern. Er hat sich in diesem grossen anonymen Haus wohl trotz aller unserer Warnungen sicher gefühlt. Leider klingelte dann heute abend gegen 21:00 Uhr plötzlich die Polizei an seiner Haustüre. Es handelte sich um einen etwa 18-jährigen Jugendlichen, der keine Lizenz besitzt. Er wird von mir bzw. der Netzagentur nun wegen illegalem Sendens angezeigt und muss mit einer Jugendstrafe rechnen. In jedem Falle zahlen muss er aber einen Teil der Ermittlungskosten der Behörde von rund 100 Stunden zu je 61 EUR.

Der zweite Störer (der schwächere, der immer 1750 Hz Ruftöne gedrückt hat) wurde in Flagranti auf einer Parkbank in Schwabing am Nordtor erwischt. Bedingt durch meine Reduzierung der Empfängerempfindlichkeit kam er nicht mehr über den Umsetzer und konnte nicht mehr stören. Darauf hin begab er sich zusammen mit einem Freund in einen Park nach Schwabing in die Nähe des Umsetzers. Die Behörde konnte ihn daraufhin aber gut peilen. Es handelte sich auch hier um zwei Jugendliche (ca. 18 Jahre) die nicht schlecht staunten als plötzlich zwei Polizisten im stockdunklen Park vor Ihnen standen. Die waren so erschrocken, dass sie die Handfunkgeräte in die Büsche geworfen haben. Dabei hat sich herausgestellt, dass noch ein dritter Jugendlicher mit im Bunde war, der eher zufällig mit auf der Parkbank sass und die Nutzer von DB0EL beschimpft hat.

Wie auch immer, damit sind die Täter gefasst und DB0EL ist wieder sauber. Ich danke ALLEN OMs die tatkräftig mitgeholfen haben, die Störer zu entlarven und durch permanenten Funkverkehr zum Weitermachen zu provozieren. Das war genau die richtige Strategie.

Sei es durch sekundengenaue Aufzeichnungen der Zeiten als auch durch Mitpeilen. Das war echt ein Meisterstück des Amateur-Geistes. Wir haben bewiesen, dass wir uns durch gemeinsames Handeln nicht unterkriegen lassen und unser schönes Relais erhalten können. Dafür werde ich persönlich auch stets weiter arbeiten.

Morgen werde ich durch Ausbau des Dämpfungsgliedes und SW-Anpassungen DB0EL wieder so einstellen dass es wieder mehr Freude macht darüber zu arbeiten.

Auch geht mein ausdrücklicher Dank an OM Peter Butcher DK8TG von der Bundes-Netzagentur. Er leitet die Funkstörungs-Messstelle in München. Peter hat sich einige dienstfreie Abende um die Ohren gehauen und ist vor den Peiler getreten, eine Aussen-Mannschaft hat bis 04:00 Uhr morgens den Störer beobachtet. Es ist ihm und seinem professionellen Equipment zu verdanken, dass die Sache relativ schnell beendet werden konnte. Es ist immer gut, wenn ein OM an der richtigen Stelle sitzt. Auch ist das ein Signal gegenüber der Behörde, dass wir Funkamateure kein verrotteter Haufen sind sondern es noch ernst meinen. Das war auch ganz wichtig zu zeigen.

 

vy 73 an alle, Rainer

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Hallo zusammen,

ich habe heute die offiziellen Berichte von OM Peter Butscher von der Netzagentur erhalten. Die beiden "Blaubären" werden somit von der Behörde mit jeweils rund 3000 EUR Ermittlungskosten zur Kasse gebeten werden.

Dazu kommt eine Anzeige wegen ungenehmigter Frequenznutzung (die Störer hatten keine gültige AFU-Lizenz), was aber "nur" 500-1000 EUR an Strafe ausmachen wird, eventuell deutlich weniger weil es sich um Jugendliche handelt.

Dazu kommen noch ggfs. die Anwaltsgebühren für einen Strafverteidiger. Ein Prozess wird in jedem Falle unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, da es sich um Jugendstrafrecht handelt.

Ich jedenfalls habe erklärt, dass ich definitiv die Störanzeige NICHT zurückziehen werde. Ich ziehe das durch und will die beiden vor Gericht sehen.

Peter Butscher hat erklärt, wenn irgendjemand noch zusätzlich eine Strafanzeige wegen Beleidigung, übler Nachrede oder so etwas stellen möchte, möge er sich bitte direkt an ihn wenden zur Bekanntgabe der Personalien der Störer. Diese darf er nur herausgeben, wenn ein "berechtigtes Interesse" besteht. Eine Anzeige gilt als ausreichend. Hilfreich wären in diesem Falle auch Tonband-Mitschnitte als Beweis vor Gericht. Wenn jemand das vorhat möge er mir bitte Bescheid sagen, ich diene ihm gerne als Zeuge.

Hier die Kontakt-Daten:

Bundesnetzagentur für Elektrizität,

Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen

Prüf- und Messdienst

Außenstelle München

Herr Peter Butscher

Betzenweg 32

81247 München

Tel. 089 38 606 205

mailto:Peter.Butscher@BNetzA.de

Und, ganz wichtig:

Gebt diese Story unbedingt bei jeder Gelegenheit weiter. Nennt die Kosten und die Rechtsfolgen, die diese Aktion hatte. Damit machen wir allen Nachahmern klar, dass wir auch jederzeit wieder so handeln werden. Wir schauen nicht zu wie so ein Unfug getrieben wird !!

vy 73 de Rainer DF2NU

 

Noch Fragen ???

 

 

Die Bilder vom Innenleben des Kalmit-Fuchses vom November 2005 (Artikel siehe unten) sind unter dem Menüpunkt "Bilder" zu finden!

 

Eine Fuchsjagd der besonderen Art

30.11.2005

Am Sonntag Abend fiel mir ein ungewöhnlicher Störsender auf dem Kalmit-Relais auf. Der Sender sendete alle 3 - 4 Sekunden einen kurzen 1750-Hz-Rufton aus. Interessant war das "automatische“ Abschalten des Senders am Montag morgen als es hell wurde. Die Vermutung lag nahe, dass der Störsender mit einer Fotozelle ausgerüstet ist. An dieser Stelle erinnerte ich mich an Geschichten aus vergangenen Jahren, die die Relaisverantwortlichen Cornel und Armin bei den jährlichen Kalmit-Pfingsttreffen erzählten. Das Interesse, auch einmal solch einen "Fuchs" zu erlegen, war geweckt! 
Leider gelang es mir am Montag Abend nicht, noch einen Mitfahrer für einen nächtlichen Peileinsatz zu gewinnen.

Wegen dem außergewöhnlichen Störsender beschloss ich dann doch einen Alleingang für den Dienstag morgen. Am Heimat-QTH war kein Signal zu hören, trotz Sicht zur Kalmit. Das deutete darauf hin, dass der Störer in der Nähe der Kalmit sein musste, also sollte die Jagd nicht allzu schwer sein...

Der Wecker war auf 3 Uhr gestellt, schaurig, aber es gelang mir dann doch gegen 5:30 Uhr auf dem Kalmit Parkplatz zu sein. Unterwegs war das Signal nicht vernehmbar. Erst kurz vor dem Kalmit Parkplatz war mit dem Mobilgerät ein schwaches Piepsen auf 145,100 MHz zu hören. Vom Parkplatz aus war die Peilung eindeutig. Also ging es mit einer Richtantenne, einem Standard C558 mit diversen Dämpfungsgliedern, einem weiteren Funkgerät und Taschenlampen durch den ca. 20 - 30 cm tiefen Schnee Richtung Kalmitgipfel.
Bedingt durch den intermittierenden Sender war die Peilung etwas zäh, aber innerhalb kurzer Zeit war eine Baumgruppe ausgemacht. Die Feinpeilung dauerte dann aber fast eine halbe Stunde. Dank der anbrechenden Morgendämmerung konnte der Sender dann auch optisch ausgemacht werden. Ein starker Lichtstrahl aus der Taschenlampe auf die Fotozelle des Störsenders brachte letzte Gewissheit über den besonderen "Tannenzapfen".

Leider gelang es nicht, durch Werfen von Ästen den in ca. 7m über dem Boden hängenden Sender aus dem Baum zu "schießen". Da ich jedoch nicht ohne eine Trophäe heimfahren wollte, ging es erst mal zum „Einkaufen“ zurück ins Tal. Mit einem dort erworbenen Klebeband und einer Verlängerungsstange war das Objekt dann aber schnell geangelt.

Im ersten („Such“-)Bild ist zu erkennen, wie gut die Tarnung des Senders war. Durch Schnee und Rauhreif war der schwarze Körper des Schrumpfschlauchs kaum von einem Ast zu unterscheiden.

Gegen 10 Uhr wurde der Sender dann am Boden noch einmal für einen kurzen Test aktiviert, bevor es wieder nach Hause ging. Insgesamt, trotz des frühen Aufstehens eine interessante und lehrreiche Fuchsjagd.

vy 73 de Christoph, DL5DAN (at DARC.de)

P.S.: Man kann es nicht oft genug wiederholen, aber es geht auch ohne teuere Spezialpeilausrüstung – Man muss „es“ nur tun!

 

"Hier einige erste Bilder von der "Jagd"

Suchbild: Wo ist der Fuchs?

 

Der Fuchs ist erlegt!

 

Nahaufnahme: Das war's dann!

 

 

 

 

Das „Pfeiferle“ aus Edenkoben

24.4.2005

Die Peilgruppe Kalmit hat wieder eine Kerbe mehr in der Peilantenne! Am Samstag, den 16.4.2005 hatte ich den am Amateurfunk interessierten SWL Kalle zu einer Testfahrt eingeladen. Er wollte sich mal anschauen „wie die Mobilpeilerei funktioniert“, so dass ich ihm kurzerhand angeboten hatte, meinen Peiler in seinen Wagen einzubauen.

Wir waren gerade mit der Installation fertig, als der seit Monaten fast täglich & nächtlich störende „Kalmit-Pfeifer“ auf dem Relais auftauchte. Der Störer (nennen wir ihn einfach "Torsten") begann sein Treiben immer mit zwei kurzen Pfiffen, erst hoch, dann tief. Je nach Reaktion des „Publikums“ hatte er entweder weiter gepfiffen, gerülpst, Musik übertragen oder die OM aufs Übelste beleidigt.

Die Peilanzeige blieb dunkel, das Signal war auf der Relaiseingabe in Ludwigshafen-Oggersheim nicht aufnehmbar. Den Meldungen diverser OM zufolge kamen die Störungen aus der Gegend um Neustadt, Edenkoben bzw. Landau. Kalle und ich sind sofort mit maximaler Geschwindigkeit (ohne dass die vier Magnetfußantennen sich vom Dach lösten) Richtung Haardt „geflogen“. Der Störer hatte mittlerweile, wie so oft, nach einem kurzen Intermezzo eine Pause eingelegt, so dass wir uns am Ortsrand von Edenkoben auf eine längere Wartezeit einrichteten.

Zehn Minuten später wurde er plötzlich wieder aktiv! Wir befuhren die Durchgangsstraße von Neustadt nach Landau, als meine Handfunke (mit abgezogener Antenne) Geräusche von sich gab – Bingo, maximal 200 m und der Erfolg würde unser sein. Kalle war ziemlich aufgeregt, wo ich ihm doch keinerlei „Fanggarantie“ für seine erste Feindfahrt versprochen hatte, hi.

Am Ortsausgang von Edenkoben bemerkten wir, dass wir übers Ziel hinaus geschossen waren. Immerhin war jetzt klar, dass sich der Störer innerhalb von Edenkoben befinden musste. Also umgedreht und auf der Hauptstraße zurück Richtung Neustadt. Nach kurzer Zeit standen wir direkt vorm Haus in der Staatsstraße, das war's! Eine interessante, aber doch recht kurze Jagd war zu Ende und wir zogen uns diskret zum Kriegsrat zurück.

Am nächsten Samstag wollte Rainer (DL7RP) Bilder für unsere Homepage machen und sich nebenbei selbst von der "exzellenten Wohnlage" überzeugen. Nach kurzer Recherche kam er zum Schluß, dass der Übeltäter die Wohnung unter dem Dach bewohnt. Die Haustür stand offen, also hurtig die Treppe rauf und 3 x heftig an der Wohnungstür geklopft. Es dauerte nicht lange und Rainer blickte in die Gesichter eines jungen, verdutzten Mannes und dessen Freund.
Zunächst stritten sie alles ab, aber Rainers Argumente trieben sie immer weiter in die Enge, bis - nennen wir ihn einfach wieder Torsten - kapitulierte und alles zugab.

Letztendlich ließ er sich davon überzeugen, dass es besser sei, Rainer die zwei unberechtigt benutzten Handfunkgeräte zu verkaufen, bevor die RegTP sie kostenpflichtig einzieht.

 

73 de DF9IE,
Roland aus Ludwigshafen

 

 

Nachtrag:
Sofern die Geräte nicht gestohlen sind - was derzeit noch überprüft wird - wird dem jungen Mann voraussichtlich nichts passieren, so daß er noch mal mit einem ganz leicht bläulich verfärbten Auge davon kommen wird. Man kann nur hoffen, daß er etwas daraus gelernt hat.

Mit der Blamage, erwischt worden zu sein, obwohl er sich doch soooo sicher fühlte, muß er alleine klarkommen.
Ich denke, mehr Toleranz und Gutmütigkeit kann man von der "Peilgruppe Kalmit" nicht verlangen. Er hat seine Chance bekommen und sollte sie nutzen. Der vollständige Name und seine Adresse, auch die seines Vaters, sind bekannt und werden bei weiteren Verstößen der RegTP bekanntgegeben. Die daraus folgenden Konsequenzen würden dann aber sehr viel dramatischer - auch für den Geldbeutel - ausfallen!

Bedauerlich ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß die verwendeten Geräte von einem lizenzierten Funkamateur stammen, der diese Geräte verkaufte - absichtlich und im vollen Bewußtsein, daß der Käufer keine Lizenz besaß. Auch die Ausrede vom "nur mithören" zieht hier nicht. Zum Hören wäre 1 Gerät völlig ausreichend. Zwei Geräte erzwingen geradezu den Verdacht der mißbräuchlichen Benutzung! Daher gilt unser "Dank" ganz besonders "OM" P. in Neustadt, der die Geräte zur mißbräuchlichen Benutzung lieferte!

Wie Ihr sehen könnt, gibt es immer wieder Erfolge. Mal schneller, mal etwas gemächlicher!

Auch Ihr könnt wesentlich zum Erfolg beitragen! Dazu ist kein Technikpark erforderlich! Manchmal muß man sich noch nicht mal aus dem Lehnstuhl erheben ;-))

Wie sagt OM Rainer, DL7RP immer: "Jeder Störer hat einen Nachbarn!". Das heißt im Klartext: Wenn Ihr eine absichtliche Störung bemerkt, schaltet auf die Relaiseingabe. Ist auch mit Hochantenne absolut nichts zu hören, ist der Störer wohl nicht im nächsten Umkreis zu finden. Hört Ihr aber ein starkes Signal, vielleicht sogar noch mit Gummiwendel-Antenne, dann befindet sich der Störer auch nicht weit. Damit ist schon die halbe Ermittlung abgeschlossen. Eine kurze Mitteilung an ein oder mehrere aktive Mitglieder der Peilgruppe, z. B. DF9IE, DL7RP, DL6IE oder DD1UZ (siehe Impressum) genügt und die Sache steht "auf der Liste".

Damit ist Eure Mitarbeit schon beendet, wenn Ihr wollt. Ihr könnt Euch aber natürlich gerne noch weiter in die Sache hineinknien, wenn Ihr Spaß daran habt und "an vorderster Front" dabei sein wollt. Das bleibt ganz Euch überlassen!

Also nochmals: der Erfolg, Störer zu ermitteln und "auszuschalten" (im wahrsten Sinne des Wortes) hängt entscheidend von der Mitarbeit der Funkamateure vor Ort ab. Daran solltet Ihr immer denken, wenn Euch wieder mal ein "Störer" nervt!

 

73 de dd1uz
Peter

 

Hier noch ein paar Bilder zum aktuellen Fall in Edenkoben.
Weiter unten zwei Mitschnitte, die während der Peilung gemacht worden sind.

 
SWL Kalle mit "Peiler-Ausrüstung"  
   
 
Die Staatsstraße in Edenkoben  
   
 
"Störfaktoren"  

 

"Wer pfeift da so schön?"
Musikbeispiele unseres Künstlers aus Edenkoben

"Der Pfeifer" - es hat sich ausgepfiffen (Dateigröße: 31 kB, mp3, 10 sek.)

"Geistige Ergüsse" - was sonst noch so in ihm steckt (Dateigröße: 229 kB, mp3, 1:33 min.)

Die mp3-Dateien können entweder heruntergeladen und gespeichert oder mit einem mp3-Programm direkt abgespielt werden. Wir wünschen gute Unterhaltung!

 

Letzte Aktualisierung: 16.03.2013

 

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